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Diabetes & Insulinresistenz

Insulinresistenz – Prädiabetes – Zuckerkrankheit

Insulinresistenz – Prädiabetes – Zuckerkrankheit

Gleicht die Zuckerkrankheit nicht der bösen Hexe aus dem Volksmärchen Hänsel und Gretel? Angelockt durch das leckere Häuschen aus Lebkuchen und Zucker geraten die Geschwister, die offenbar aufgrund ihres Erbguts anfällig für die Zuckerkrankheit sind, in die Falle der Hexe Diabetes.

Eingesperrt im Käfig des sitzenden Lebensstils wird Hänsel übergewichtig. Ziel der Hexe Diabetes ist es, den gemästeten, fetten Hänsel lebendigen Leibes zu braten, also mit all den üblen Komplikationen der Zuckerkrankheit zu quälen.

Letztlich will die Hexe ihn töten und verschlingen. Doch der tüchtigen Ärztin Gretel gelingt es, die Zuckerkrankheit unschädlich zu machen, indem sie die Hexe in den brennenden Ofen stösst.

Dieses dramatische Happyend des Märchens hat die Medizin aber im echten Leben noch keineswegs erreicht. Die Zuckerkrankheit ist noch nicht besiegt – die Hexe Diabetes treibt ihr böses Spiel weltweit sogar in immer grösserem Stil.

Insulinresistenz – Prädiabetes – Zuckerkrankheit

„Knusper knusper knäuschen! Wer knuspert an meinem Häuschen?“ Das Angebot an leckeren Süssigkeiten und fetten Backwaren ist heutzutage überall und jederzeit unwiderstehlich gross.

Nicht die geringste körperliche Anstrengung ist mehr nötig, um an allzu reichlich Nahrungsmittel zu gelangen – wir müssen nicht mehr wie einst unsere Vorfahren im Wald jagen oder sammeln, auf dem Feld Knollen aus der Erde ausgraben, Holz zusammensuchen und Feuer machen.

Wir sitzen träg auf dem Sofa, öffnen bloss die Packungen und mästen uns selbst.

Da ist es keineswegs erstaunlich, dass manche Zeitgenossen dick und dicker werden. Wer von seinen Eltern und Grosseltern eine problematische Konstellation von genetischen Eigentümlichkeiten geerbt hat, körperlich inaktiv lebt und sich tüchtig mästet, gerät leicht in die Falle von Übergewicht, Insulinresistenz, Prädiabetes und Diabetes.

In den letzten 30 Jahren wuchs die Zuckerkrankheit zu einer weltweiten Epidemie an.

Beispielsweise hat sich in den USA die Diabeteshäufigkeit in diesem Zeitraum mehr als verdoppelt, von 2,5% auf 6,9% der Bevölkerung.

Mit der Insulinresistenz beginnt eine verhängnisvolle Entwicklung

Die weitaus häufigste Form von Zuckerkrankheit ist der Typ-2-Diabetes.

Die meisten Betroffenen sind übergewichtig. Bei Senioren kommt der Typ-2-Diabetes besonders häufig vor – schätzungsweise jede vierte Person über 65 Jahren ist betroffen.

Neuerdings erfasst die Diabetesepidemie aber zunehmend auch junge Erwachsene und sogar Teenager.

Die Zuckerkrankheit ist nicht einfach plötzlich da, von einem Tag auf den andern. Vielmehr hat Typ-2-Diabetes eine lange Vorgeschichte.

Die verhängnisvolle Entwicklung nimmt schon etliche Jahre zuvor ihren Lauf.

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Am Anfang steht die Insulinresistenz: Es beginnt damit, dass die Muskel- und Fettzellen des Körpers gewissermassen anfangen, dem „Zuckerverkäufer“ nicht mehr zu trauen.

Insulin, das berühmte Hormon aus der Bauchspeicheldrüse, übernimmt gewissermassen die Aufgabe eines „Zuckerverkäufers“, der den Zellen des Körpers den Blutzucker schmackhaft machen muss.

Wenn der „Zuckerverkäufer“ Insulin auftaucht, bedienen sich die Zellen normalerweise grosszügig am Zuckerangebot.

Der Blutzucker gelangt also rasch und ungehindert in die Zellen. Wenn die Zellen aber Insulin-resistent werden, also gewissermassen dem „Zuckerverkäufer“ Insulin misstrauen, halten sie sich als Zuckerkunden zurück und lassen nur wenig Blutzucker nur langsam in sich hinein.

Doch der „Konzernleitung“ des Stoffwechsels gefällt es gar nicht, wenn der Zuckerabsatz stockt und zu viel Zucker im Blut liegen bleibt, statt von den Muskel- und Fettzellen konsumiert zu werden.

Deshalb wird die Bauchspeicheldrüse angewiesen, gewissermassen als verkaufsfördernde Massnahme zusätzliche „Zuckerverkäufer“ auszubilden und ausschwärmen zu lassen.

Weil die Bauchspeicheldrüse nun also vermehrt Insulin bildet und ins Blut abgibt, gelingt es, den Blutzucker wieder besser loszuwerden. Wenn der Blutzuckerwert gemessen wird, liegt er deshalb nicht zu hoch, sondern im Normalbereich.

Aber es zirkuliert im Blut zu viel Insulin (Hyperinsulinämie) – auf die Dauer ist das keine gute Lösung des Problems.

Insulinresistenz - Schlafmangel begünstigt Übergewicht und Diabetes

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Das moderne Leben mit seinem Rund-um-die-Uhr-Rhythmus und der 24-Stunden-Erreichbarkeit wirkt sich schlaffeindlich aus.

Aus den USA wird berichtet, dass die durchschnittliche Schlafdauer in den letzten 50 Jahren um 2 Stunden abgenommen hat.

Weil gleichzeitig die Zahl der Übergewichtigen und Diabetiker stark zunahm, wird ein Zusammenhang mit der Schlafverkürzung vermutet.

Allzu kurzer Schlaf (weniger als 5-6 Stunden) wirkt sich ungünstig auf den Stoffwechsel aus, denn der Energieverbrauch nimmt ab und der Appetit nimmt zu.

So trägt Schlafmangel dazu bei, dass sich vermehrt Fettpolster ansammeln können und dass das Körpergewicht ansteigt. Schliesslich verstärkt Schlafmangel die Insulinresistenz und begünstigt die Entwicklung von Prädiabetes und Zuckerkrankheit.

Insulinresistenz - Mehr Bewegung und weniger glykämische Last

Körperliche Aktivität mit Ausdauer- und Krafttraining ist bei Übergewicht und Insulinresistenz zentral, um die Entstehung eines Typ-2-Diabetes zu vermeiden.

Wer allerdings meint, die Sache sei damit erledigt, wenn hin und wieder im Fitnessstudio auf dem Crosstrainer oder Laufband trainiert wird, irrt sich gewaltig.

Durch etwas Ausdauertraining allein kann Übergewicht nicht reduziert werden. Leider sind Erwachsenen so programmiert, dass sie zusätzliches Training im Fitnessstudio unbewusst gleich wieder kompensieren, indem sie ihre körperliche Aktivität im Alltag einschränken.

Um dem Übergewicht wirksam zu Leibe zu rücken, gibt es also keine andere Methode, als weniger zu essen. Zur Stabilisierung der erreichten Gewichtsabnahme ist körperliche Aktivität sehr gut geeignet.

Körperliche Aktivität schwächt auch die Insulinresistenz ab. Aktive Zellen bedienen sich bereitwilliger am Blutzuckerangebot als träge Zellen, wobei weniger Insulin für den „Zuckerverkauf“ benötigt wird.

Bei der Wahl der Nahrungsmittel ist es nützlich, den glykämischen Index oder noch besser die glykämische Last zu beachten.

Wenn Insulinresistenz besteht, muss die Bauchspeicheldrüse nach einer kohlenhydratreichen Mahlzeit, die viel Stärke oder Zucker enthält, wesentlich mehr Insulin einsetzen als bei gesunder Stoffwechsellage.

Nahrungsmittel mit niedriger glykämischer Last können die Bauchspeicheldrüse entlasten. Der berühmte glykämische Index einzelner Nahrungsmittel gibt an, wie rasch und stark die darin enthaltenen Kohlenhydrate (Stärke, Zucker) den Blutzucker in die Höhe treiben,

bis die Bauchspeicheldrüse reagiert und genügend Insulin ins Blut schickt, um den Blutzucker zu normalisieren. Noch nützlicher ist die Angabe der glykämischen Last, denn es ist auch wichtig, die Portionengrösse zu berücksichtigen.

Paradebeispiel für die Erklärung des Unterschieds zwischen glykämischem Index und glykämischer Last ist die Wassermelone.

Nach dem Genuss eines Stücks Wassermelone schiesst der Zucker sofort ins Blut. Aber wie der Name sagt, enthalten Wassermelonen vor allem Wasser und nur ganz wenig Kohlenhydrate, lediglich 6 Gramm in einer Portion von 125 Gramm.

Während der glykämische Index von Wassermelonen bedenklich hoch liegt (72), ist die praktisch viel bedeutsamere glykämische Last unbedenklich niedrig (5). Gegen Wassermelonen ist also nichts einzuwenden, denn sie enthalten pro Portion nur so wenig Kohlenhydrate, dass der Blutzucker lediglich geringfügig beeinflusst wird.

Es ist also empfehlenswert, die glykämische Last pro 100 Gramm des betreffenden Nahrungsmittels oder pro übliche Person als Richtschnur zu nehmen, statt dem glykämischen Index allzu grosse Bedeutung beizumessen. Ein Wert bis 10 bedeutet niedrige glykämische Last, 11-19 mittlere und 20 oder mehr bedeutet hohe glykämische Last.

Hinter der Insulinresistenz steckt eine chronische Entzündung

Die Medizin geht davon aus, dass eine schwelende, chronische Entzündung bei der Entstehung der Insulinresistenz eine wichtige Rolle spielt.

Wer mehr Kalorien mit dem Essen aufnimmt als durch Aktivitäten verbraucht werden, füllt die in der Tiefe des Bauchraums versteckten Fettdepots und auch die sichtbaren Fettpolster am Bauch immer stärker.

Das Fettgewebe bietet aber nicht nur als Lagerhalle fast unbeschränkt Platz für die Lagerung von Fettreserven, sondern es ist auch eine leistungsfähige Fabrik.

Vom Fettgewebe werden zahlreiche Adipokine produziert und ins Blut abgegeben. Es handelt sich dabei um Botenstoffe, die Zellen beeinflussen und den Stoffwechsel verändern können.

Während die Fettgewebsfabriken schlanker Personen hauptsächlich Adipokine mit antientzündlichen Eigenschaften produzieren, werden bei Übergewichtigen mehrheitlich entzündungsfördernde Adipokine hergestellt.

In Studien wird jetzt getestet, welche Medikamente sich zur Entzündungshemmung bei Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes eignen könnten.

Von der Insulinresistenz zum Prädiabetes

Für die Entwicklung zum Typ-2-Diabetes sind zwei Störungen entscheidend. Die eine Störung ist die Insulinresistenz, also gewissermassen die geringe Kauflust der Zellen, was den Blutzucker betrifft.

Die andere Störung ist die allmähliche Abnahme der Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse. Die Zahl der funktionsfähigen Zellen in der Bauchspeicheldrüse, die Insulin herstellen und ins Blut abgeben können, wird allmählich immer kleiner.

Es können Jahre verstreichen, bis die Zellzahl nicht mehr ausreicht, den Insulinbedarf zu decken, der aufgrund der bestehenden Insulinresistenz erhöht ist. Jetzt geraten Betroffene in ein Diabetesvorstadium, in den Prädiabetes.

Blutuntersuchungen ergeben bei Personen, die sich im Vorstadium der Zuckerkrankheit (Prädiabetes) befinden, auffällige Resultate, die nicht mehr im normalen Bereich, aber doch noch nicht im krankhaften Diabetesbereich liegen (leicht erhöhter Nüchternblutzucker oder leicht erhöhter HbA1c-Wert oder leicht abnormer Glukosetoleranztest).

epd-diabetes

Diabetessymptome (z.B. Harnflut mit häufigem Wasserlassen, Durst, trockene Haut, Müdigkeit, Schwächegefühl, schlecht heilende Wunden, häufige Infektionen) machen sich bei Personen, die von Prädiabetes betroffen sind, noch nicht bemerkbar.

Obschon sich der Prädiabetes also diskret im Hintergrund aufhält, ist er nicht ganz harmlos. Es ist bekannt, dass das Risiko für diabetische Komplikationen (z.B. Netzhauterkrankung der Augen, Herz-Kreislauf-Krankheiten) bei Personen mit Prädiabetes bereits erhöht ist.

Offenbar ist es nun höchste Zeit, die Lebensgewohnheiten gründlich zu ändern!

Das zu hohe Körpergewicht muss runter, die körperliche Aktivität muss gesteigert werden und beim Essen muss weniger und Gesünderes auf den Teller kommen.

Diabetes und das Drama in der Bauchspeicheldrüse

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Die unaufhaltsame Abnahme der Zahl funktionsfähiger, Insulin-produzierender Zellen in der Bauchspeicheldrüse erzwingt den Übergang vom Prädiabetes zum Diabetes und diktiert die allmähliche Verschlimmerung der Zuckerkrankheit, die immer intensivere Behandlungen erforderlich macht.

Von Prädiabetes betroffene Personen sollten sich jedes Jahr auf Diabetes testen lassen. Es gibt mehrere Blutwerte, die einen Diabetes anzeigen. Oft wird der HbA1c-Wert verwendet, der

Auskunft über das „Blutzuckergedächtnis“ gibt. Dieser Blutwert ist nicht bloss eine Momentaufnahme des Blutzuckers, sondern widerspiegelt die Blutzuckerwerte der vergangenen 8 Wochen. Bei einem HbA1c-Wert von 6,5% oder mehr wird definitionsgemäss die Diagnose eines Diabetes gestellt.

Die unaufhaltsame Abnahme der Zahl funktionsfähiger, Insulin-produzierender Zellen in der Bauchspeicheldrüse erzwingt den Übergang vom Prädiabetes zum Diabetes und diktiert die allmähliche Verschlimmerung der Zuckerkrankheit, die immer intensivere Behandlungen erforderlich macht.

Von Prädiabetes betroffene Personen sollten sich jedes Jahr auf Diabetes testen lassen. Es gibt mehrere Blutwerte, die einen Diabetes anzeigen. Oft wird der HbA1c-Wert verwendet, der

Auskunft über das „Blutzuckergedächtnis“ gibt. Dieser Blutwert ist nicht bloss eine Momentaufnahme des Blutzuckers, sondern widerspiegelt die Blutzuckerwerte der vergangenen 8 Wochen. Bei einem HbA1c-Wert von 6,5% oder mehr wird definitionsgemäss die Diagnose eines Diabetes gestellt.

Konsequente Behandlung beugt Diabeteskomplikationen vor

epd-diabetes

Ob die Behandlung ausreichend ist, um den Blutzucker gut zu beaufsichtigen und keine riskanten Eskapaden zuzulassen, kann durch regelmässige Messungen des HbA1c-Wertes (Blutzuckergedächtnis) kontrolliert werden.

Im Allgemeinen können Betroffene mit ihrer Diabetesbehandlung zufrieden sein, wenn der HbA1c-Wert unter 7% liegt.

Ein langfristig gut eingestellter Blutzucker richtet keine Schäden an. Das Risiko von Komplikationen nimmt aber zu, je höher der HbA1c-Wert liegt.

Zu den möglichen Diabeteskomplikationen gehören:

Erkrankung der Arterien (Arterienverkalkung, Thrombosen, Embolien)

mit erhöhtem Risiko, einen Herzinfarkt oder Hirnschlag zu erleiden.

Netzhauterkrankung in den Augen

als Folge von Durchblutungsstörungen kleinster Blutgefässe. Bei Diabetes sind deshalb augenärztliche Kontrollen wichtig. Wenn der Augenarzt eine diabetische Netzhauterkrankung feststellt, kann er mit Laser behandeln, damit es nicht zu Sehbehinderungen kommt.

Diabetische Nierenschäden

machen sich lange nicht mit Symptomen bemerkbar. Sie können aber schon frühzeitig und zuverlässig durch einen Urintest (Albumineiweiss) kombiniert mit einem Bluttest (zur Berechnung der Nierenfunktionsleistung) erfasst werden. Diese Tests sind wichtig, um die Behandlung anzupassen.

Diabetische Nervenschäden

können Nerven innerer Organe und Hautnerven betreffen. Vor allem an den Füssen kann es gefährlich werden, wenn die Schmerzempfindung aufgrund von Nervenschäden fehlt. Kleine Druckstellen und Verletzungen können sich unbemerkt in gefährliche, infizierte Entzündungsherde verwandeln. Um solche Überraschungen zu vermeiden, sollte die regelmässige Fusspflege bei Personen mit Diabetes zum Alltag gehören.

Das Infektionsrisiko nimmt zu

wenn der Blutzucker schlecht eingestellt und zu hoch ist. Oft kommt es zu Hautinfektionen. Infektionen mit Fusspilz (besonders häufig in den äusseren beiden Zwischenzehenräumen zwischen der 3. und 4. Zehe sowie der 4. Zehe und der Kleinzehe) und mit Nagelpilz müssen bei Diabetikern ernst genommen und intensiv behandelt werden, bis sie vollständig abgeheilt sind. Wenn die Behandlung nicht optimal wirksam ist, besteht die Gefahr, dass gefährliche Bakterien durch die vom Pilz geöffneten Nagel- oder Hautstellen in die Tiefe eindringen können. Dabei kann sogar der Knochen infiziert werden und nur noch eine Amputation Schlimmeres verhindern. Bei ausgedehntem Nagelpilzbefall reicht in der Regel die Behandlung mit Antipilz-Nagellack nicht aus und der Arzt muss Antipilztabletten verschreiben.

Autor: Fred Lienhard Fritsche / Meine Gesundheit, Sommer 2013

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