Weil unmerklich EPA und DHA aus unserer Ernährung verschwinden, und wir sie weder ersetzen noch in ausreichenden Mengen herstellen können, sinkt der HS-Omega-3 Index insbesondere in westlichen Populationen. Entsprechend steigt die Inzidenz von Erkrankungen wie majorer Depression und kognitiven Einschränkungen.
Vor diesem Hintergrund wirkt das Dogma, dass eine ausgewogene Ernährung normalerweise ausreicht, antiquiert.
Neben den traditionellen Quellen für EPA und DHA – Fisch und Fischöl – werden gegenwärtig weitere Quellen erschlossen, wie Krillöl, Algenprodukte, evtl. genetisch modifizierte Pflanzen (für die Tierfütterung) und andere.
Mindestens ebenso wichtig sind Aspekte der Bioverfügbarkeit: die Aufnahme von EPA und DHA zu einer fettreichen Mahlzeit – in der Regel die Hauptmahlzeit – ist bis zu 13-fach höher, als zu einer fettarmen Mahlzeit.
EPA und DHA sind in Emulsion bis zu 21-fach besser bioverfügbar, als ohne Emulsion in der Kapsel. Beachtung der Aspekte der Bioverfügbarkeit ermöglicht eine effektivere Nutzung der Quellen von EPA und DHA.
Auch deshalb ist eine HS-Omega-3 Index basierte Einnahme von EPA und DHA (Bestimmung vor Steigerung der Zufuhr, Kontrolle nach 3 – 4 Monaten) sinnvoll.
Außer dem Fettsäurestatus an EPA und DHA werden mit einer Analyse gemäß dem HS-Omega-3 Index 24 weitere Fettsäuren quantifiziert. Diese umfassen unter anderem die als gesundheitsschädlich geltenden Trans-Fettsäuren.
Neue, unveröffentlichte Daten zeigen, dass Trans-Fettsäuren aus natürlichen Quellen (Milch, Rindfleisch) mit geringerer Mortalität assoziiert sind, während von den niedrigen Spiegeln von Transfettsäuren aus der Lebensmittelproduktion, wie sie in Europa üblich sind, keine Gefahr ausgeht.
Die nähere Betrachtung der bisherigen Ergebnisse birgt sicher weitere Überraschungen. Allerdings kann man schon jetzt sagen, dass die biologische Wirksamkeit einzelner Fettsäuren, auch innerhalb der gleichen Gruppe, sehr unterschiedlich ist.