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Entgiften & Entschlacken

Entschlacken & Entgiften

Entschlacken & Entgiften – alte Tradition neu beleuchtet

Entschlacken & Entgiften lautet im Frühling für viele die Devise, und der Vergleich mit dem Frühlingsputz von Wohnung und Haus ist rasch zur Hand. Aber was sind eigentlich diese mysteriösen Schlacken, die sich wie Staub und Dreck in unseren Organen angesammelt haben und beim Frühlingsputz aus dem Körper beseitigt werden sollen?

Seine grosse Popularität verdankt das Wort „Schlacke“ dem deutschen Arzt Otto Buchinger (1878-1966), der im Jahr 1935 die erste Auflage seines sehr erfolgreichen Buches

„Das Heilfasten und seine Hilfsmethoden als biologischer Weg“ veröffentlichte.

Um den Körperstoffwechsel bildhaft darzustellen, griff er zur drastischen Metapher des russenden Ofens, der erst wieder gut ziehe, wenn er von den Schlacken befreit sei.

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Schlacken - nicht verbrannte Rückstände

Damals wussten die Leute, was Schlacken waren: nicht verbrannte Rückstände im Ofen.

Das Bild vom Ofen und den Schlacken legt nahe, unseren Stoffwechsel als Ofen aufzufassen, in dem die durch den Darm aufgenommenen Nahrungsbestandteile verbrannt werden und in den auch Unbrennbares eingeschleust wird (z. B. Umweltgifte).

Die Schulmedizin lehnt aber die Vorstellung ab, dass bei der Verbrennung Rückstände – also Schlacken – anfallen, die der Körper nicht selbsttätig beseitigen kann und die wir periodisch durch eine Entschlackungskur entfernen sollten.

Die Furcht vor einer schleichenden Vergiftung durch Ablagerungen unvollständig im Stoffwechsel verbrannter Nahrungsbestandteile sei völlig unbegründet.

Heute ist die Schlacken-Metapher nicht mehr nützlich, denn die Forschung hat ein viel genaueres Bild des Stoffwechsels erarbeitet.

Es ist jetzt möglich, zahlreiche unterschiedliche Stoffe, die sich schädlich auf die Gesundheit auswirken können, chemisch zu definieren und präzis zu benennen.

Heute sprechen wir beispielsweise vom zu hohen Blutwert des schädlichen LDL-Cholesterins, der exakt gemessen werden kann, oder vom zu hohen Blutzuckerwert oder vom zu hohen Harnsäurewert.


Advanced-Glycation-Endproducts

Neuerdings sind die Forscher hinter ziemlich dubiosen, zwielichtigen Gestalten her, die im Stoffwechsel auftauchen.

Diese chemischen Verbindungen haben einen schlechten Ruf, denn sie tragen zu den gefürchteten Diabetes-Komplikationen, zu Entzündungen, zur Arteriosklerose, zu Alterungsprozessen und zu Alzheimer-Demenz bei.

AGEs ist ihr Spitzname – ein englisches Akronym für advanced glycation endproducts, oder deutsch: fortgeschrittene Glykierungs-Endprodukte.

Gut bekannt ist ein seriöser Verwandter dieser berüchtigten chemischen Verbindungen: das glykosylierte Hämoglobin (HbA1c).

Hier handelt es sich um eine frühe Stufe von Glykierung des Hämoglobins, also des Eiweissstoffes, der im Blut als Sauerstoffträger tätig ist.

Der aufschlussreiche Marker HbA1c wird bei Diabetikern im Blut gemessen, um zu kontrollieren, ob die Stoffwechselsituation zufriedenstellend ist. Je mehr Hämoglobin mit Blutzucker reagiert hat, desto höher ist der HbA1c-Wert und desto schlechter ist die Blutzuckereinstellung des betreffenden Diabetikers.

Ist es insgesamt heute wirklich noch sinnvoll, so unterschiedliche Substanzen, die im Stoffwechsel auftauchen, zusammenfassend als Schlacken zu bezeichnen?

Wäre es nicht besser, diesen nicht mehr zeitgemässen, aus den veralteten Kohleöfen stammenden Ausdruck endgültig dem Medizingeschichte-Museum zu überlassen?

Verführerische, braune Gestalten

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Verführerische, braune Gestalten tauchen im Essen, im Tabakrauch und im Stoffwechsel auf.

Zur Stoffgruppe der AGEs gehören verschiedene chemische Substanzen, die zumeist aus Eiweissstoffen und aus Zuckern ohne Zutun von Enzymen entstanden sind.

In fortgeschrittenen Stadien des Reaktionsprozesses entstehen schliesslich langkettige Verbindungen,

die nur noch mit Mühe abbaubar sind, eben die fortgeschrittenen Glykierungs-Endprodukte oder englisch: AGEs.

Zum Teil können AGEs durch die Nieren aus dem Körper ausgeschieden werden. Der Körper von Diabetikern enthält im Vergleich zu Personen ohne Diabetes erheblich grössere Mengen von AGEs, die infolge des höheren Blutzuckers schneller gebildet werden.

Konsequente Behandlung des Diabetes mit möglichst guter Blutzuckereinstellung reduziert die Produktion von AGEs. Es ist aber nicht möglich, die Bildung von AGEs im Körper ganz zu verhindern, weil wir ohne Glukose (Traubenzucker), also ohne den zentralen Energielieferanten unserer Körperprozesse, nicht leben können.

Die Forscher kümmern sich aber intensiv darum, wie die Bildung von AGEs durch Nahrungsergänzungsmittel und Medikamente reduziert werden kann.

Wir führen uns auch AGEs beim Rauchen, Essen und Trinken in erheblichen Mengen zu. Bei der Zubereitung leckerer Speisen spielen Bräunungsprozesse eine grosse Rolle, weil sie den Nahrungsmitteln einen verführerischen Geschmack verleihen.

Die bei hohen Temperaturen entstandenen, braun gefärbten Substanzen sind AGEs, die zwar gut schmecken, die aber die Gesundheit strapazieren, besonders bei Diabetikern.

Grünes Gemüse und rote, orange oder gelbe Früchte sind zum Inbegriff gesunder Ernährung geworden. Noch wenig bekannt ist dagegen, dass die braune Farbe von Speisen aus der Bratpfanne, vom Grill, aus dem Backofen oder aus dem Toaster Gesundheitsrisiken anzeigt.

 


Besser kochen oder steamen

Eine Scheibe bleiches Toastbrot direkt aus der Packung schmeckt zweifellos fad. Die im Toaster gut gebräunte Scheibe wartet dagegen mit einem ganz besonderen Aroma auf, das AGEs zu verdanken ist. Ähnlich steht es mit der leckeren, braunen Brotkruste, die im Backofen entstanden ist, oder mit der besonders schmackhaften brutzligbraunen Fleischoberfläche in der Bratpfanne.

Auch das beim Rösten entstandene herrliche Aroma des Kaffees wird uns von AGEs offeriert. Wer sich radikal gegen NahrungsAGEs wehren will, kommt nicht umhin, Zubereitungsarten wie Braten, Backen, Grillen aufzugeben und das Essen nur noch zu kochen oder zu steamen.

Dabei sollte man nicht vergessen, dass auch der Körper selbst laufend AGEs bildet.

Ähnlich wie sich Nahrungsmittel bei der Zubereitung in kurzer Zeit bräunen, verändert sich auch im Körper im Lauf des Lebens die Farbe, beispielsweise die Farbe von Sehnengewebe.

Kinder haben weisse Sehnen. Im Erwachsenenalter werden die Sehnen allmählich gelb und schliesslich im Alter braun, weil sich zunehmend mehr AGEs gebildet haben.


Problematische Umweltgifte nisten sich im Fettgewebe ein

Durch Umweltgifte wird der Körper mit besonderen Problemen konfrontiert, weil sich viele dieser Giftstoffe bevorzugt im Körperfett einnisten, z. B. die Dioxine. Oft gelingt es dem Körper während des ganzen Lebens nicht mehr, im Fett gebundene Giftstoffe auszuscheiden.

Möglicherweise sind Umweltgifte im Fettgewebe mitverantwortlich für die Entstehung häufiger Krebsformen, die sich wie Brustkrebs, Prostatakrebs oder Leukämien in fetthaltigen Geweben entwickeln.

Zahlreiche Entgiftungs-Tipps und „Detox-Programme“ sind im Umlauf, ohne dass ihre Wirksamkeit wissenschaftlich überprüft wurde.

Die Wissenschaft der Detoxikologie steckt noch in den Kinderschuhen.

Eine riesige Herausforderung für Entgiftungsexperten war die Terror-Attacke auf die Türme des World Trade Center in New York, weil Feuerwehrleute und weitere Retter und Helfer unzähligen hochgiftigen Gasen, Flüssigkeiten und Partikeln ausgesetzt waren.

In New York wurde auch ein Detoxifikationsprogramm der Scientology-Kirche eingesetzt, das mit Vitaminen, Mineralstoffen, Ölen mit mehrfach-ungesättigten Fettsäuren, Körperaktivität und starkem Schwitzen in der Sauna arbeitet.

Beispiele gebräuchlicher Methoden zur Entschlackung und Entgiftung

Entschlackung durch Schröpfen

Entschlackung und Entgiftung durch Ayurveda-Massagen mit erwärmtem Sesamöl

Entgiftung durch Darmreinigungsprogramme (z. B. frisch gepresste Säfte, Darmeinläufe, Hydrocolon-Therapie)

Entgiftung durch Elektrolysefussbäder

(Quelle: Meine Gesundheit Frühling_2012: Autor: Fred Lienhard Fritsche)

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